Vom unternehmerischen Umgang mit Ungewissheit

Vom unternehmerischen Umgang mit Ungewissheit

Vortrag

Effectuation ist die Methode unternehmerischer Expertise. Zuerst beschrieben wurde Effectuation von Saras Sarasvathy. Sie hat erfolgreiche Unternehmer und Mehrfachgründer interviewt und entdeckte so die Effectuation Prinzipien. 

Der Ansatz unterscheidet sich von der kausalen Logik durch seine Grundannahme über das Wesen der Zukunft: Während die kausale Logik besagt, dass wir nur das steuern können, was wir vorhersagen können, gehen Effektuierer davon aus, dass die Zukunft nicht vorhersehbar ist, sie jedoch gestaltet werden kann.

Gestaltbar ist all das, was auf vorhandenen Mitteln basiert und mit einem leistbaren Verlust realisiert werden kann. Gestaltbar ist auch, was durch Zufälle und geänderte Umstände möglich wird und was sich durch Vereinbarungen mit Partnern ergibt. 

Oberster Zweck ist es, unter Ungewissheit schnell „ins Handeln zu kommen“, die Ziele im Verlauf auszuhandeln und damit auch Neues hervorzubringen. Die Wirksamkeit der Methode belegen mehrere Studien. So sind zum Beispiel sehr innovative Forschungsprojekte erfolgreicher, wenn sie Effectuation einsetzen. Dies zeigt eine Untersuchung an über 500 Forschungs- und Entwicklungsprojekten in Unternehmen (vgl. Brettel et. Al., 2012). Ist der Innovationsanteil niedrig, führen planerische Methoden eher zu einem erfolgreichen Abschluss. 

Die Methode ist auch hervorragend geeignet, um in Unternehmen unternehmerisches Handeln zu fördern. Innovationen wurden oft von Menschen vorangetrieben, die effektuierend vorgingen. Deswegen eignet sich die Methode auch hervorragend für Digitalisierungs- und Innovationsprozesse.

Akteure

Eric Heinen-Konschak
Eric Heinen-Konschak